Hält die Batterie, was versprochen wurde?
Und wenn nicht: Batterie oder Nutzung? Ich beurteile das unabhängig, für Elektrofahrzeuge und Batteriespeicher.
Dr. Gerald Sammer
Inhaber, Simotive e.U.
Technischer Sachverständiger für Elektrofahrzeuge und Batteriespeicher
Ist Ihr Fall dabei?
Konkrete Fragen aus der Praxis, geordnet nach Auftraggeber. Kanzleien finden ihre Fälle in allen drei Gruppen. Welche Daten es gibt und wie Sie sie bekommen, kläre ich mit Ihnen im Erstgespräch.
Halter, Käufer und Leasingnehmer finden ihren Fall hier.
Ein Leasingfahrzeug kommt nach vier Jahren zurück. Ein Batterietest weist 84 Prozent aus, der Rückgabebericht zieht dafür 4.800 Euro ab. Der Leasingnehmer hält den Abschlag für unbegründet.
- Was Sie bekommen
- Die Antwort, ob 84 Prozent nach vier Jahren für dieses Fahrzeug normal sind. Damit prüfen Sie, ob der Abschlag von 4.800 Euro berechtigt ist.
- Was ich prüfe
- Wie das Fahrzeug geladen und gefahren wurde und welcher Batteriewert daraus zu erwarten ist.
- Was ich dafür brauche
- Den Batterietest, den Rückgabebericht und die Ladedaten des Fahrzeugs.
Ein Händler verkauft ein gebrauchtes Elektrofahrzeug mit einem Batteriezertifikat über 91 Prozent. Nach dem ersten Winter weist ein Test 83 Prozent aus. Der Käufer sieht einen Mangel, der Händler verweist auf Kälte und ein anderes Messverfahren.
- Was Sie bekommen
- Die Antwort, ob die acht Prozentpunkte von Kälte und Messverfahren kommen oder die Batterie stärker nachgelassen hat als normal. Damit prüfen Sie, ob ein Mangel vorliegt.
- Was ich prüfe
- Ob die beiden Tests vergleichbar sind und welcher Wert nach einem Jahr normal wäre.
- Was ich dafür brauche
- Beide Testberichte und die Ladedaten seit dem Kauf.
Nach einem Software-Update laden alle Fahrzeuge einer Baureihe nur noch mit 90 statt 150 kW. Der Hersteller nennt es Batterieschutz, ein Verbraucherverband einen Mangel. Ein Prozessfinanzierer soll die Sammelklage finanzieren.
- Was Sie bekommen
- Ich prüfe, ob die Drosselung technisch nötig ist. Sie bekommen eine unabhängige Einschätzung, bevor Sie Geld in das Verfahren stecken.
- Was ich prüfe
- Ich vergleiche das Laden vor und nach dem Update. Dabei prüfe ich den Batteriezustand und die Eingriffe der Software.
- Was ich dafür brauche
- Ladedaten mehrerer Fahrzeuge vor und nach dem Update.
Kfz-Sachverständige und Schadenregulierer ziehen mich bei, wenn es um die Batterie geht.
Ein Elektrofahrzeug fällt nach 190.000 Kilometern mit einem Batteriefehler aus, außerhalb der Herstellergarantie. Eine Gebrauchtwagengarantie soll den Tausch zahlen, Verschleiß ist ausgeschlossen. Der Versicherer sieht Verschleiß, der Halter einen Defekt.
- Was Sie bekommen
- Die Antwort, ob Verschleiß oder ein Defekt vorliegt. Damit entscheiden Sie, ob Sie zahlen.
- Was ich prüfe
- Ob die ganze Batterie gleichmäßig gealtert ist oder ein einzelnes Teil ausgefallen ist.
- Was ich dafür brauche
- Den Fehlerspeicher, die Ladedaten und Ihre Garantiebedingungen.
Ein Transporter mit Anhänger verliert am Berg nach gut 20 Minuten deutlich an Leistung. Der Händler sagt, das sei so ausgelegt. Der Käufer sagt, so sei das Fahrzeug nicht angeboten worden.
- Was Sie bekommen
- Die Antwort, ob das Fahrzeug hält, was beim Verkauf zugesagt wurde. Damit können Sie Ihre Entscheidung gegenüber Käufer oder Hersteller begründen.
- Was ich prüfe
- Ob die Leistung sinkt, weil sich das Fahrzeug vor Überhitzung schützt, oder ob ein Fehler dahintersteckt.
- Was ich dafür brauche
- Die Fahrdaten der Bergfahrt, den Fehlerspeicher und die Verkaufsunterlagen.
Eine Leasinggesellschaft zieht bei der Rückgabe ab, sobald ein Batterietest unter 85 Prozent liegt, für alle Modelle gleich. Sie sieht darin übermäßige Abnutzung, zwei Leasingnehmer sehen normale Alterung. Stimmt die Regel?
- Was Sie bekommen
- Klare Regeln für Batterieabschläge, die Sie begründen können.
- Was ich prüfe
- Ich prüfe, welche Batteriewerte bei Ihren Fahrzeugen normal sind und ob eine gemeinsame Grenze sinnvoll ist.
- Was ich dafür brauche
- Die Testergebnisse Ihrer zurückgegebenen Fahrzeuge mit Modell, Alter und Kilometerstand.
Ein Großspeicher liegt im zweiten Betriebsjahr bei 87 Prozent Kapazität. Die Garantiekurve nennt für dieses Jahr 92 Prozent. Der Lieferant verweist auf die Betriebsführung, der Betreiber auf die Batteriezellen.
- Was Sie bekommen
- Die Antwort, ob die fehlenden fünf Prozentpunkte von der Betriebsweise kommen oder die Zellen schwächer sind als zugesagt. Damit prüfen Sie, ob die Garantie greift.
- Was ich prüfe
- Wie die Anlage betrieben wurde und welche Kapazität bei dieser Betriebsweise im zweiten Jahr zu erwarten ist.
- Was ich dafür brauche
- Die Betriebsdaten der Anlage und die Garantiebedingungen.
Vor der Investition: Der Anbieter rechnet mit 8.000 Vollzyklen bis 70 Prozent Restkapazität und 90 Prozent Wirkungsgrad. Geplant sind zwei Zyklen am Tag. Stimmt die Rechnung?
- Was Sie bekommen
- Eine unabhängige Zweitmeinung, bevor Sie investieren: Passen Leistung und Lebensdauer zu Ihrem geplanten Betrieb?
- Was ich prüfe
- Ich prüfe, wie Nutzung, Temperatur und Alterung die Batterie belasten und welche Bedingungen an den Leistungsangaben hängen.
- Was ich dafür brauche
- Das Angebot mit den Zusagen des Anbieters und Ihren geplanten Betrieb.
Nach einer Abschaltung legt der Hersteller eine eigene Auswertung vor und gibt die Rohdaten nicht heraus. Stimmt die Auswertung?
- Was Sie bekommen
- Ich prüfe den Herstellerbericht und zeige, welche Daten zur Klärung noch fehlen.
- Was ich prüfe
- Ich rechne die Auswertung des Herstellers nach und vergleiche sie mit dem Vertrag.
- Was ich dafür brauche
- Die Auswertung, die Daten, die Sie schon haben, und den Vertrag.
Was mich unterscheidet
Batterietests und Software liefern Zahlen. Ich beurteile, was eine Zahl in Ihrem Fall bedeutet.
Beim Elektrofahrzeug sagt der Hersteller, die Batterie sei zu oft schnell geladen worden. Der Fahrzeughalter sagt, sie sei von Anfang an schwach gewesen. Beim Speicher sagt der Lieferant, die Anlage sei zu stark beansprucht worden. Der Betreiber sagt, die Zellen seien schwächer als zugesagt. Ich prüfe unabhängig, welche Aussage stimmt.
Vor einer Investition stammen die Leistungsangaben meist vom Anbieter selbst. Ich prüfe sie, bevor Sie unterschreiben.
- Unabhängig. Ich bin an keinen Hersteller, Lieferanten oder Softwareanbieter gebunden. Mein Produkt ist meine Expertise.
- Ihr Fall, Ihre Nutzung. Die meisten Batterietests messen den Zustand, ohne zu berücksichtigen, wie die Batterie genutzt wurde. Ich ermittle aus der Physik der Batterie, welcher Wert bei genau dieser Nutzung zu erwarten ist. Sie erfahren, ob der gemessene Wert für diesen Einsatz normal ist.
- Aus der Entwicklung. Ich kenne Batterie, Antrieb und Fahrzeugsoftware aus der Entwicklung. Deshalb sehe ich auch, wie sie zusammenwirken.
- Nachvollziehbar. Mein Rechenweg liegt offen. Jeder Schritt ist überprüfbar. Das Ergebnis ist vor Gericht verwertbar.
Rechenbeispiel
Ein Fall, Schritt für Schritt
Wie aus einem gemessenen Verlust eine begründete Aussage wird.
41 Prozent weniger Reichweite als im Datenblatt
22 elektrische Transporter in einer Zustellflotte in Norddeutschland. Seit dem zweiten Winter berichten die Fahrer über stark sinkende Reichweite. Der Betreiber vermutet einen Batterieschaden, die Leasinggesellschaft hält die Nutzung für die Ursache.
Normale Alterung oder ein Mangel?
Wie wurden die Fahrzeuge geladen?
Die Fahrzeugdaten und die Protokolle der Ladestationen zeigen: Die Flotte lädt überwiegend am Schnelllader, im Schnitt 1,2-mal am Tag, oft erst bei einem Ladestand unter 15 Prozent.
Wie viel müssten die Batterien heute noch speichern?
Ein Simulationsmodell kennt den Batterietyp und das Fahrzeug, aber nicht die Messwerte dieser Flotte. Es erfährt nur, wie geladen und gefahren wurde und wie kalt es in Hamburg war. Daraus sagt es voraus, wie viel Energie die Batterien heute noch speichern müssten. Getrennt davon ermittle ich aus den Ladeprotokollen, wie viel sie tatsächlich speichern. Auf die Anzeige im Fahrzeug verlasse ich mich dabei nicht.
Woher kommen die 41 Prozent?
Im Modell lässt sich jeder Einfluss einzeln abschalten. So zeigt sich, wie viel er für sich ausmacht.
Einigung ohne Gericht
Der Bericht legt jeden Rechenschritt offen. Betreiber und Leasinggesellschaft einigen sich auf dieser Grundlage. Ein Rechtsstreit bleibt beiden erspart.
So arbeite ich. Haben Sie einen ähnlichen Fall?
Erstgespräch anfragenSo gehe ich vor
Ich nutze die Daten Ihres Fahrzeugs oder Speichers. Im Erstgespräch klären wir, was vorhanden ist und was noch fehlt.
- Nutzung verstehen. Wie wurde die Batterie geladen und eingesetzt? Ich prüfe die vorhandenen Daten.
- Ursache prüfen. Ich prüfe Batterie, Software und Betrieb. Wenn es hilft, bilde ich die Batterie in einer Simulation nach.
- Antwort geben. Sie erfahren, was dahintersteckt und wie ich zu diesem Ergebnis komme.
Vereinfachtes Beispiel
Umgebung, Nutzung oder Batterie?
Fehlt einem Elektrofahrzeug Reichweite, liegt das an der Umgebung, an der Nutzung oder an der Batterie, oft an mehreren zugleich. Zur Umgebung zählt die Temperatur, zur Nutzung zählen etwa Strecke, Fahrweise und Heizung. Mit Simulation kann ich prüfen, was dieselbe Batterie unter anderen Bedingungen leisten würde. Stellen Sie die Regler ein. Sie sehen, wie viel jeder Einfluss für sich ausmacht.
Über mich
Ich habe simotive.ai gegründet, um technisch strittige Fälle unabhängig zu klären. Meine Arbeit beginnt dort, wo Messung und Diagnose keine eindeutige Antwort mehr geben.
- Berufserfahrung
- 27 Jahre bei der AVL List GmbH, über 20 davon in leitender Funktion, zuletzt verantwortlich für die Geschäftsstrategie im Bereich Batterie und elektrische Antriebe. Bis 2026 daneben 15 Jahre im technischen Steuerkreis von ASAM, dem Standardisierungsgremium der Automobilindustrie.
- Ausbildung
- Dipl.-Ing. für Telematik, TU Graz, mit einer Diplomarbeit zu künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen. Dr. techn. in Wirtschaftsingenieurwesen Maschinenbau mit der Dissertation „Success Factors for Automotive Testing". Vertiefende Ausbildung in Batteriesysteme und Elektrofahrzeuge, TH Ingolstadt 2022.
- Fachgebiete
- Batterie, Batteriemanagement, Fahrzeugsoftware, elektrifizierter Antriebsstrang und stationäre Speichersysteme.
- Vorträge
- Regelmäßig auf internationalen Fachkonferenzen.
Dr. Gerald Sammer
Gründer und Inhaber, simotive.ai
Warum jetzt
- 29. November 2026. Euro 7 macht die Batteriehaltbarkeit zum Teil der Typgenehmigung. Neue Pkw-Typen müssen nach fünf Jahren oder 100.000 km noch 80 Prozent der zertifizierten Energie liefern, nach acht Jahren oder 160.000 km noch 72 Prozent.
- 9. Dezember 2026. Die neue EU-Produkthaftungsrichtlinie zählt Software als Produkt, bringt Offenlegungspflichten und erleichtert Geschädigten den Nachweis. Fälle werden verhandelbar, die bisher an der Beweislage gescheitert sind.
- 18. Februar 2027. Elektrofahrzeug- und Industriebatterien über 2 kWh brauchen einen digitalen Batteriepass mit Lebensdauer- und Zustandskennzahlen. Was dort steht, muss stimmen.
- Großspeicher. In Deutschland waren Ende März 2026 bereits 489 Großspeicher ab 1 MWh registriert. Im ersten Quartal 2026 übertraf ihr Zubau erstmals den der Heimspeicher. In Österreich bestanden die rund 3,2 GWh Mitte 2026 noch überwiegend aus Einheiten unter 50 kWh. Die Garantiefälle kommen erst.
Kontakt
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gerald.sammer@simotive.aiKostenfreies Erstgespräch